Autorin: Tanja Walser
Die Pflege einer Person mit Long COVID kann eine anstrengende und kräftezehrende Erfahrung sein – körperlich, geistig und emotional. Da die Symptome über Monate oder sogar Jahre hinweg anhalten, bleiben die Anforderungen an die Pflegepersonen bestehen. Deshalb ist es für Pflegepersonen von Long-COVID-Patienten von entscheidender Bedeutung, zu wissen, wie sie ihre eigene Gesundheit schützen und ihre Energie bewahren können – nicht nur für die Genesung Ihrer Angehörigen, sondern auch für Ihre eigene Lebensqualität und Ihr Wohlbefinden.
In diesem Blog-Beitrag werden wir sanfte, realistische Strategien erkunden, die Ihre Energie unterstützen, Ihre Widerstandsfähigkeit stärken und die Reise der Pflege nachhaltiger machen.
Long COVID verläuft nicht nach einem klaren Muster. Symptome wie Fatigue, „Brain Fog“, Brustschmerzen und Belastungsmalaise können oft ohne Vorwarnung schwanken. Das erschwert die Planung und das Einteilen der Kräfte nicht nur für die betroffene Person, sondern auch für Sie – die pflegende Person.
Möglicherweise müssen Sie ständig Ihre Routine anpassen, Termine verwalten und mit einem Gefühl der Hilflosigkeit umgehen, wenn herkömmliche Behandlungen keine Linderung bringen. Mit der Zeit kann dieser Dauerstress zu Burnout, Schlafstörungen, verminderter Immunität und Fatigue führen.
Aber hier ist die Wahrheit: Sie können nicht aus einem leeren Becher einschenken. Ihre Gesundheit und Energie sind wichtig. Sie sind sogar entscheidend für die Rolle, die du spielst.
1. Setzen Sie Ihre Energie wie eine nicht verhandelbare Ressource ein
Genauso wie Ihr Angehöriger lernt, seine Kräfte bei Long COVID einzuteilen, müssen auch Sie dies tun. Eine der wichtigsten Veränderungen in der Denkweise besteht darin, Ihre Energie als begrenzt, aber regenerierbar zu betrachten.
Stellen Sie sich Ihre Energie wie ein Bankkonto vor: Jede Entscheidung, die Sie treffen, bedeutet entweder eine Einzahlung oder eine Abhebung von Ihren Reserven. Pflegende Angehörige verfallen oft in die Gewohnheit, ständig Abhebungen vorzunehmen – sie essen hastig, verzichten auf Schlaf, lassen Bewegung ausfallen und schieben sich Schuldgefühle an. Sie sind jedoch effektiver, wenn Sie im Laufe des Tages bewusst kleine Einzahlungen vornehmen.
Versuchen Sie dies:
- Kleine Pausen: Schon 5 Minuten Stille oder frische Luft können Ihr Nervensystem wieder in Schwung bringen.
- Mikro-Selbstfürsorge: Tauschen Sie "Ich habe keine Zeit" gegen "Was ist der kleinste Akt der Pflege, den ich heute tun kann?"
- Verankerung am Morgen: Eine konsequente, einfache Morgenroutine (wie Dehnen, Kräutertee oder tiefes Atmen) kann den Ton für den Tag angeben.
2. Essen Sie für anhaltende Energie (nicht nur zum Überleben)
Wenn sich das Leben um die Pflege dreht, rückt das Essen oft in den Hintergrund. Aber Blutzuckerschwankungen, ausgelassene Mahlzeiten oder die Abhängigkeit von Koffein und Kohlenhydraten können dazu führen, dass man erschöpft ist.
Um die Energieversorgung der Pflegekräfte von Long COVID zu optimieren, ist es wichtig, dass Sie sich mit langsam verbrennenden, nährstoffreichen Mahlzeiten versorgen. Das bedeutet nicht, dass man stundenlang kochen oder Mahlzeiten vorbereiten muss. Es bedeutet, dass Sie echte Lebensmittel bevorzugen, die das Hormongleichgewicht, ein ruhiges Nervensystem und geistige Klarheit unterstützen.
- Wählen Sie buntes Gemüsewie Blattgemüse, Karotten, Rote Bete, Zucchini und rote Paprika – diese sind reich an natürlichen Inhaltsstoffen, die Ihrem Körper helfen, ruhig und konzentriert zu bleiben.
- Entscheiden Sie sich für leicht verdauliche Proteinewie gut gekochte Linsen, Eier, Hähnchen, Tofu oder weißen Fisch – sie schonen das Verdauungssystem und sorgen für einen gleichmäßigen Energiehaushalt.
- Hydratisieren: Fatigue ist oft eine getarnte Dehydrierung. Fügen Sie Ihrem Wasser Zitrone oder Gurke hinzu, um es attraktiver zu machen.
Wenn Sie feststellen, dass Sie Mahlzeiten vergessen, versuchen Sie, Alarme zu stellen, Suppen zu kochen oder proteinreiche Snacks auf Vorrat zu haben.
3. Lernen Sie die Kunst der Erholung des Nervensystems
Die Pflege eines Menschen mit einer chronischen Erkrankung bedeutet oft, in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit zu leben. Man ist ständig „im Einsatz“, antizipiert Bedürfnisse oder bewältigt Unvorhergesehenes. Mit der Zeit hält dies den Körper in einem Zustand des Sympathikus (Kampf-oder-Flucht-Reaktion), was Energie raubt und den Schlaf sowie die Verdauung beeinträchtigt.
Das Gegenmittel? Aktivieren Sie Ihr parasympathisches Nervensystem (das für Ruhe und Verdauung zuständig ist). Das bedeutet nicht, dass Sie „Meditation“ auf Ihre To-do-Liste setzen müssen – es bedeutet vielmehr, kurze Momente der Erholung in Ihren Alltag einzubauen, um Ihre langfristige Belastbarkeit zu stärken.
Ideen für die Erholung des Nervensystems:
- Kastenatmung(4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden anhalten, 4 Sekunden ausatmen, 4 Sekunden anhalten), um den Herzschlag zu beruhigen
- Erdung: 10 Minuten barfuß auf Gras stehen kann den Cortisolspiegel senken
- Lachen: Schauen Sie sich noch einmal Ihre Lieblingskomödie an oder rufen Sie jemanden an, der Sie zum Lachen bringt.
- Duft als Signal: Verwenden Sie beruhigende ätherische Öle wie Lavendel oder Weihrauch während der Entspannungsübungen
Dies sind keine Luxusgüter, sondern Lebensgrundlagen.
4. Setzen Sie sanfte Grenzen (ohne Schuldgefühle)
Pflegende sagen oft standardmäßig ja. Aber chronische Pflege ohne Grenzen führt zu Burnout und Unmut. Wenn Sie Ihre Energie für Long COVID-Pflegekräfte schützen wollen, müssen Sie lernen, mit Mitgefühl nein und mit Absicht ja zu sagen.
Das könnte bedeuten:
- Nein sagen zu zusätzlichen Arbeitsverpflichtungen
- Um Hilfe bitten, auch wenn es sich unangenehm anfühlt
- Aufgaben im Haushalt delegieren
- Loslassen von Perfektion
Bei Grenzen geht es nicht darum, egoistisch zu sein. Es geht darum, die Fähigkeit zu bewahren, immer wieder für andere da zu sein – ohne sich dabei selbst zu verlieren.
5. Verbunden bleiben, nicht isoliert
Einer der schwierigsten Aspekte bei der Pflege von Menschen mit langer COVID ist die Unsichtbarkeit der Krankheit. Es kann sein, dass Sie sich von Freunden zurückziehen, gesellschaftliche Veranstaltungen schwänzen oder Gesprächen aus dem Weg gehen, bei denen Sie sich unverstanden fühlen.
Aber Isolation verbraucht Energie. Verbindung stellt sie wieder her.
Schon ein einziges regelmäßiges Gespräch mit einem Freund, einem Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe kann einen Raum schaffen, in demmanwahrgenommen, angehört und unterstützt wird. Es ist dir erlaubt, über deine eigenen Erfahrungen zu sprechen – auch wenn dein Angehöriger gerade eine schwere Zeit durchmacht. Du bist nicht allein, und Verbundenheit ist eine wirkungsvolle Medizin.
Auch du verdienst Pflege
Die Pflege eines an COVID erkrankten Menschen erfordert Stärke, Liebe und Belastbarkeit, aber sie sollte nicht bedeuten, dass Sie Ihre eigene Gesundheit opfern müssen. Energie für pflegende Angehörige von Menschen mit langer COVID zu priorisieren ist nicht egoistisch, sondern nachhaltig. Sie sind wichtig. Ihr Wohlbefinden ist wichtig.
Wenn du dich überfordert oder ausgelaugt fühlst, fang klein an. Wähle eine Übung aus dieser Liste aus, die du diese Woche umsetzen möchtest. Nächste Woche dann eine weitere. Nach und nach kannst du so eine Grundlage für Selbstfürsorge schaffen, die auchdich selbst einschließt.
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