IVIG, SCIG und mABs-Therapie

IVIG, SCIG und mABs-Therapie

Die klinische Erfahrung zeigt, dass der Trend in unserer Patientenpopulation weg von IVIG und hin zu SCIG geht, mit deutlich besseren Ergebnissen. 

Monoklonale Antikörper (mABs) stellen einen neuen Bereich in der Behandlung von langwierigen, postvakuumalen und chronischen Krankheiten dar. Diese Erkrankungen sind mit komplexen Dysregulationen des Immunsystems und Entzündungsreaktionen verbunden. 

Vergleich zwischen SCIG und IVIG siehe unten.

IVIG und SCIG sind konzentrierte Immunglobulinpräparate, die aus gepooltem Humanplasma gewonnen werden.

Zu den derzeitigen offiziellen Indikationen gehören Symptome, die bei chronischen Erkrankungen und vielen postviralen Zuständen auftreten: Myo- und Perikarditis, Small Fiber Neuropathy, aber auch akute/schwere Erkrankungen wie Sepsis.

Monoklonale Antikörper, die auf bestimmte Komponenten der Immunreaktion abzielen, bieten eine weitere Möglichkeit der Intervention. 

Sowohl Immunglobuline (IVIG/SCIG) als auch monoklonale Antikörper (mABs) werden auf ihr Potenzial zur Wiederherstellung der Immunhomöostase untersucht.

Hier ist eine aktuelle Studie zum Einsatz von IVIG bei Long Covid/Small-Fiber-Neuropathie: https://www.neurology.org/doi/10.1212/NXI.0000000000200244

Anekdotische Anmerkung: mABs sind stammspezifisch konzipiert, IVIG/SCIGs sind es nicht. Unseres Wissens gibt es keine Berichte über Patienten mit Long Covid/Post Vac, bei denen sich die Symptome nach einer SCIG- oder mAB-Behandlung dauerhaft verschlechterten. Die einzigen Patienten, bei denen unser medizinisches Team eine vorübergehende Verschlechterung nach einer IVIG-Behandlung beobachtet hat, waren Patienten mit kopfschmerzähnlichen Symptomen, die sich bis in den Halsbereich ausbreiteten. 

Viele der mABs werden nicht mehr hergestellt oder haben einen hohen Preis, so dass die Verwendung von SCIG vorherrschend geworden ist. Mit der Verfügbarkeit von Evusheld und Kavigale (in Kürze) ändert sich dies wieder.

WICHTIG!

mABs/SCIGs/IVIGs/Antiretrovirale Medikamente: z. B. Evusheld, Hizentra, HyQvia, Kavigale, Truvada

Nach Freigabe durch die behandelnden Ärzte und Berater beträgt die Vorlaufzeit 2–3 Wochen (aufgrund der Kühlkettenlogistik) – bitte erkundigen Sie sichbei unserem Team nach der Verfügbarkeit (variiert je nach Produkt, Lebenszyklusphase und Hersteller)

IVIG vs. SCIG – derselbe Wirkstoff, aber unterschiedliche Verabreichungsform

Verwaltung:

  • IVIGwird über einen Zeitraum von 1 bis 4 Stunden in eine Vene infundiert. Es bewirkt einen raschen Anstieg der Immunglobulinspiegel (IG) im Serum, der innerhalb von 15 Minuten seinen Höchstwert erreicht, gefolgt von einem Rückgang über einen Zeitraum von 48 Stunden.
  • SCIGwird unter die Haut in das Fettgewebe injiziert und langsam in den Blutkreislauf aufgenommen, was zu stabileren Insulinspiegeln ohne Schwankungen führt. 

Wirksamkeit:

  • Theoretisch sind beide Methoden gleichermaßen wirksam. Die klinische Erfahrung zeigt jedoch, dass in unserer Patientengruppe der Trend zum SCIG geht, das deutlich bessere Ergebnisse liefert.

SCIG - Vorteile

  • Weniger systemische Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit).
  • Gleichmäßigere Insulinspiegel (keine Spitzen oder Tiefpunkte). 
  • Zu Hause selbst anzuwenden; kein intravenöser Zugang erforderlich. 
  • Mehr Flexibilität bei der Terminplanung. 
  • Ideal für Patienten mit primärem Immundefekt (PI) oder schlechtem venösen Zugang. 
  • Wird von Patienten, bei denen zuvor Nebenwirkungen von IVIG aufgetreten sind, besser vertragen. 
  • Geringeres Infektionsrisiko - keine Notwendigkeit für zentrale Leitungen oder Krankenhausaufenthalte.

IVIG – Vorteile

  • Schnellerer Wirkungseintritt. 
  • Geeignet für (teure) Hochdosis-Therapien (z. B. 2 g/kg). 
  • Wird in der Regel in einer Klinik oder zu Hause von einer Pflegekraft verabreicht 
  • Seltenerer Gebrauch von Spritzen. 
  • Weniger lokale Reaktionen an der Injektionsstelle. 
  • Besonders geeignet für Patienten, denen die Selbstinjektion oder der häufige Umgang mit Nadeln unangenehm ist.